Espelkamp - Söderblom-Jubiläum
Den krönenden Abschluß des Urlaubs bildete das zweitägige Schulfest am Söderblom-Gymnasium in Espelkamp, meiner ehemaligen Schule, die ihr 50jähriges Jubiläum feierte. Ich hatte mich sehr auf die Feier gefreut, da ich viele ehemalige Mitschüler und Lehrer wiedersehen würde. Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, daß es zwei derart emotionale Tage werden würden!
Das Wetter spielte endlich wieder mit und die Sonne verwöhnte uns an beiden Tagen. Das war auch absolut notwendig, da der Besucheransturm an beiden Tagen so gewaltig war, daß unmöglich alle Leute ins Gebäude gepaßt hätten. Entsprechend traf ich auf Schritt und Tritt etliche alte Bekannte. Da ich direkt nach meinem Abitur vor 13 Jahren nach Süddeutschland gezogen war, war der Kontakt zu den Meisten im Laufe der Jahre abgebrochen. Umso schöner war es, jetzt alle wiederzusehen - besonders diejenigen, die man irgendwie schon völlig vergessen hatte!
Bis spät in die Nacht wurde an beiden Tagen geplaudert, alte Erlebnisse wurden wieder ausgekramt und neue wurden ausgetauscht. Es würde Wochen dauern, die ganzen Begegnungen und Emotionen zu verarbeiten.
Am zweiten Tag (also Samstag) mußte ich direkt nach der Feier mit dem Nachtzug heimfahren, da ich für Sonntag keinen Fahrrad-Mitnahmeplatz im Zug mehr ergattert hatte. Der Zug fuhr gegen Mitternacht in Osnabrück ab. Vorher mußte ich noch mit dem Fahrrad ca. 20 Km zum nächsten Bahnhof in Bohmte fahren. Ich hätte zwar auch ab Espelkamp fahren können, aber von dort wäre der letzte Zug gegen 20 Uhr gefahren, was mir doch entschieden zu früh war. Also startete ich kurz nach 22 Uhr mit vollem Gepäck Richtung Bohmte, und prompt setzte der Regen wieder ein.
Am Bahnhof war ich nicht die einzige "Söderblomerin"; ein paar andere hatten dieselbe Idee mit dem Nachtzug gehabt. Die Fahrt im Nachtzug war sehr unterhaltsam, da ich mein Abteil mit lauter gleichaltrigen interessanten Leuten teilte; wir hatten uns viel zu erzählen. Schlafen hätte ich sowieso nicht können, dazu war ich viel zu aufgewühlt.
Kurz nach neun Uhr morgens erreichten wir Stuttgart. Nach einem kurzen Frühstück fuhr auch schon mein Anschlußzug nach Ulm. Ich teilte das Abteil mit einer Familie aus Stuttgart, die gerade zu ihrem ersten Fahrrad-Urlaub startete und ganz begierig meinen Erzählungen und Erfahrungen lauschte. Zu Hause angekommen, fiel ich praktisch augenblicklich in einen tiefen, langen, glücklichen Schlaf.
Welch ein Urlaub!
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