Planung und Material
Planung und Vorbereitung hielten sich in Grenzen. Die Route hatte ich bereits vor Jahren ausgetüftelt; sie orientierte sich nach Möglichkeit an den Flußtälern. Erfahrungsgemäß sind dort die Steigungen sehr human (Lediglich beim Wechsel von einem zum anderen Flußtal geht´s mal ordentlich auf und ab), es gibt überdurchschnittlich viele Campingplätze, die Radwege sind (in der Regel, dazu später mehr) gut ausgeschildert, und zur Not verlaufen dort auch meist Bahnlinien.
Daß ich nach Möglichkeit zelten würde, war für mich immer klar. "Zelten" ist für mich der Inbegriff von Urlaub; wenn ich abends mein Zelt aufbaue und mich auf der Iso-Matte ausbreite, ist jeder Rest von Alltag weit weg. Und wenn mir das Wetter doch mal zu miserabel wird, habe ich auch kein Problem damit, auf feste vier Wände auszuweichen.
Für den gesamten Tourverlauf hatte ich ADFC-Fahrradkarten im Maßstab 1:150.000 dabei. In der Regel waren sie ausreichend, da die Radwege meist sehr gut ausgeschildert waren. Verzichten würde ich auf Karten aber nie, da ich es immer als ganz angenehm empfinde, den aktuellen Standort "einordnen" zu können. Ein weiterer großer Vorteil der Karten: Campingplätze und Jugendherbergen sind eingezeichnet. Das erleichtert die Tagesplanung doch ungemein.
Mein Fahrrad ist mir auf der Tour (und eigentlich auch schon vorher) absolut ans Herz gewachsen. Seit Dezember 2001 bin ich mit meinem maßgeschneiderten "Velotraum" unterwegs; auf den ersten Blick ein nicht gerade modischer Rennrad-Mountainbike-Citybike-usw-Hybrid. Das Rad habe ich mir bis ins Detail nach meinen ganz eigenen Vorstellungen zusammenbauen lassen, deshalb ist halt von allem ein bisschen dran. Das Ergebnis: Ein hochfunktionelles, schnelles, sicheres, robustes Alltagsfahrzeug, das sich auch auf großer Reise voll bewährt hat.
Das Gepäck war in wasserdichten Ortlieb-Taschen untergebracht. Das Attribut "wasserdicht" kam auf dieser Tour nicht wirklich zur Geltung; ich weiß allerdings von früheren Touren, daß es voll zutrifft.
Natürlich hatte ich viel zuviel mitgenommen (wie immer), aber trotzdem habe ich das Gepäck (fast) nie als störend empfunden. Das lag sicherlich in erster Linie am Fahrrad: Trotz der Zuladung von ca. 15 Kg fuhr sich das Rad zwar behäbig, aber völlig unproblematisch. Auch bei schnellen Abfahrten war keinerlei "Rahmenflattern" zu spüren; ich hatte nie das Gefühl, ein unhandliches Gefährt "unter dem Hintern" zu haben.
Im Gepäck fanden sich natürlich in erster Linie Fahrrad-Klamotten, Regen-Kleidung, Zelt/Schlafsack/Isomatte, Werkzeug und minimalistische Koch-Utensilien, aber die "feine Garderobe" für das Schuljubiläum mußte natürlich auch mit. Und eine Garnitur für abendliche Ausflüge zu Fuß. Und für die Regentage ein guter englischer Krimi. Ich überlasse es Eurer Phantasie, Euch auszumalen, in welcher Tasche was untergebracht war...
Tag 1: Von Neu-Ulm bis Ellwangen
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