Mit dem Fahrrad von Neu-Ulm bis Bremerhaven

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Randnotizen:

Einleitung

Planung u. Material

Gesamtroute

Etappen:

Neu-Ulm - Ellwangen

Ellwangen - Rothenburg a.d. Tauber

Rothenburg a.d. Tauber - Bad Mergentheim

Bad Mergentheim - Zimmern

Zimmern - Gemünden

Gemünden - Gersfeld

Ausflug Wasserkuppe

Ruhetag

Gersfeld - Rotenburg a.d. Fulda

Rotenburg a.d. Fulda - Hann. Münden

Hann. Münden - Holzminden

Holzminden - Rinteln

Rinteln - Drakenburg

Drakenburg - Bremen

Bremen - Nordenham

Nordenham - Bremerhaven

Espelkamp

Tag 1:

Von Neu-Ulm bis Ellwangen (100 Km)

Route Tag 1

Am Sonntag, den 03.07.2003 ging es endlich los. Um Punkt neun Uhr stand das fertig beladene Rad im Hof parat. Es kam der große Moment, auf den ich mich im Vorfeld vielleicht am meisten gefreut hatte: Ich schwang mich aufs Rad und fuhr einfach los. Klingt banal, was? Ist es aber nicht! Stellt Euch das mal vor: Sich einfach aufs Rad schwingen und ins Unbekannte aufbrechen - mit der wunderbaren Überzeugung im Bauch, daß man in den kommenden Wochen eine Menge erleben wird. Ein wundervolles Gefühl - ich freue mich schon aufs nächste Mal!

Das Wetter war eher durchwachsen; am Vortag hatte es noch ein paar Schauer gegeben, weshalb ich meinen Start auch kurzfristig auf Sonntag verschoben hatte. Es blieb zwar den ganzen Tag trocken, aber es war doch auf der gesamten Tour mit Abstand der kälteste und ungemütlichste Tag. Damit will ich Euch auch weitere "Wetterberichte" weitgehend ersparen: Der Rest der Tour war wettertechnisch ein absoluter Traum; kein Regen, i.d.R. nicht mal Wolken, fast nur Rückenwind, und die Hitze war noch erträglich.

Der erste Tag wurde streckenbedingt gleich einer der anstrengsten. Immerhin mußte ich heute dreimal das Flußtal wechseln, was jedesmal eine mehr oder weniger beschwerliche Steigung bedeutete. Aber am ersten Tag ist man ja noch frisch und hochmotiviert, also war das kein Problem. Und die Strecke war mir von mehreren vorangegangenen Tagestouren auch bekannt.

Kurz hinter Langenau ging die erste Steigung Richtung Lonetal los. Hier überholte mich eine große Gruppe radelnder Tagesausflügler, die sehr beeindruckt von meinem umfangreichen Gepäck waren und mir dies auch sehr ausführlich mitteilten. Das ist mir von da an täglich mehrfach passiert. Der Standard-Spruch lautete: "Was denn, eine Frau allein mit dem Fahrrad unterwegs? Mit sooo viel Gepäck? Geht denn das?" Glaubt mir, es geht...

Das Lonetal ist wunderbar zum Radeln. An einem kleinen Bach entlang geht es auf einer gut befahrbaren Sandpiste gemütlich dahin, vorbei an einer der typischen karstigen Landschaften der Schwäbischen Alb. Auf dem Weg liegt unter anderem der "Hohle Stein": die Höhle, in der 1939 der "Löwenmensch" gefunden wurde; die älteste je gefundene Mensch-Tier-Darstellung der Menschheit. Mehr darüber erfahrt Ihr hier.

Hohler Stein

Weiter ging´s zur Mündung der Lone in die Brenz und Brenz-aufwärts Richtung Norden. Kurz vor Heidenheim folgte gleich das nächste landschaftliche Highlight: Das "Eselsburger Tal", die felsgespickte Flußschleife der Brenz. Und kurz hinter Heidenheim ist die Brenz auch schon wieder zu Ende, oder besser gesagt am Anfang: Der Brenz-Ursprung braucht sich durchaus nicht hinter dem berühmten Blautopf zu verstecken.

Kerstin vor der Brenzquelle

Nach dem Brenz-Ursprung stand auch schon die Europäische Wasserscheide auf dem Programm: Es ging rüber zur Kocher und damit vom Schwarzmeer-Zufluß Richtung Nordsee. Klingt dramatisch, war aber die harmloseste Flußtal-Querung der gesamten Tour. Am Kocher-Ursprung war der unglaublich niedrige Wasserstand für mich sehr erschreckend; den Kocher-Ursprung hatte ich schon oft besucht, aber so ein klägliches Rinnsal hatte ich dort definitiv noch nie gesehen. Und das war erst der Beginn der Trockenperiode...

Hinter Aalen wurde es erstmals richtig anstrengend. Der Radweg führt in einem ständigen kräftigen auf-und-ab hinüber zur Jagst, und das durch nicht unbedingt schöne Industrie-Gegenden. Das wußte ich bereits von früheren Touren; trotzdem war´s eher weniger spaßig. Dafür war die Freude umso größer, als ich schließlich im umso schöneren Jagsttal einrollte!

Der Jagst-Radweg gefällt mir ausgesprochen gut, nicht nur wegen der vorbildlichen Ausschilderung. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und wechselt immer wieder mit ebenso reizvollen Dörfern und Städten. In Ellwangen war mein Tagesziel erreicht; inzwischen war die Sonne voll da und der Campingplatz erwies sich als schön gelegen, fast leer und optimal für Reiseradler. Nach einer kleinen Stadtbesichtigung und einer Portion Tüten-Suppe ging´s ab ins Zelt.

Tag 2: Von Ellwangen bis Rothenburg a.d. Tauber