Tag 16: Von Nordenham bis Bremerhaven

Mit dem Fahrrad von Neu-Ulm bis Bremerhaven

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Randnotizen:

Einleitung

Planung u. Material

Gesamtroute

Etappen:

Neu-Ulm - Ellwangen

Ellwangen - Rothenburg a.d. Tauber

Rothenburg a.d. Tauber - Bad Mergentheim

Bad Mergentheim - Zimmern

Zimmern - Gemünden

Gemünden - Gersfeld

Ausflug Wasserkuppe

Ruhetag

Gersfeld - Rotenburg a.d. Fulda

Rotenburg a.d. Fulda - Hann. Münden

Hann. Münden - Holzminden

Holzminden - Rinteln

Rinteln - Drakenburg

Drakenburg - Bremen

Bremen - Nordenham

Nordenham - Bremerhaven

Espelkamp

Tag 16:

Von Nordenham bis Bremerhaven (60 Km)

Route Tag 16

Mein Bekannter vom Vortag verabschiedete sich bereits in aller Frühe, da es wieder nach einem extrem heißen Tag aussah. Ich ließ es langsam angehen, frühstückte und duschte in aller Ruhe und machte mich erst recht spät auf den Weg Richtung Nordsee. Recht bald bemerkte ich, daß aus dem geplanten Bad in der Nordsee wohl nichts werden würde. Ich hatte nämlich völlig vergessen, daß ich mich ja im Bereich des Wattenmeeres befand, wo es schlicht und einfach keine Badestrände gibt - und aus Naturschutzgründen ist es sogar meist verboten, den Watt-Bereich zu betreten...

Trotzdem fand ich nach langer Suche ein verstecktes Plätzchen direkt am Wasser (bzw. am Watt; es war gerade Ebbe), wo ich lange saß und den Anblick vom Meer regelrecht in mir aufsog. Wenn nur die pralle Sonne nicht gewesen wäre!

An der Nordsee

Schließlich riß ich mich doch noch vom Anblick der heranrollenden kleinen Wellen los und machte mich auf den Weg nach Bremerhaven. Dazu mußte ich zunächst mit der Fähre über die Weser-Mündung übersetzen. In Bremerhaven kannte ich mich gut aus, da ich ziemlich exakt ein Jahr vorher bereits einen Tag hier verbracht hatte. Damals hatte die Zeit nicht für den Besuch des großen Schifffahrtsmuseums ausgereicht, was ich nun endlich nachholen konnte.

Die Seute Deern

Das Museum erwies sich als idealer Ort, um die stärkste Mittagshitze zu überbrücken. Ich verspürte keine große Lust, wieder nach draußen zu gehen, zumal die Ausstellung für mich als Seefahrt-Fan auch zum Großteil sehr interessant war. Als ich schließlich das Haus wieder verließ, erschlug mich die Hitze regelrecht. Ich klapperte noch schnell die Museumsschiffe im Außenbereich ab und verzog mich dann schnurstracks zurück in den Schatten auf eine Parkbank, wo ich nach kurzer Zeit einnickte.

Anscheinend konnte man dank meiner Sonnenbrille nicht erkennen, daß ich gerade meinen Mittagsschlaf hielt. Eine junge Dame von der Tourist-Information sprach mich an und fragte mich, ob sie mir ein paar Fragen für statistische Zwecke stellen dürfe. Das Interview selbst dauerte nur etwa zwei Minuten, anschließend erzählte mir die gute Frau noch ca. eine Stunde lang ihre (zugegebenermaßen sehr interessante) Lebensgeschichte. Wenn ich nur nicht so müde gewesen wäre...

Jetzt war es aber höchste Zeit für die obligatorische Portion Eis. Endlich wurde ich wieder wach. Anschließend machte ich einen kleinen Ausflug an die Columbuskaje. Letztes Jahr hatte hier mein Segel-Urlaub von Lissabon nach Bremerhaven geendet, sicherlich der schönste Urlaub, den ich je erlebt hatte. Beim Anblick des Kais wäre ich am liebsten gleich wieder in See gestochen!

Einen kleinen Abstecher machte ich auch zu einer kleinen unscheinbaren Bodenplatte mit der Inschrift: "Hier ist am 1. Oktober 1958 Elvis Presley, der König des RockīnīRoll, an Land gegangen." Nicht daß ich Elvis-Fan wäre, trotzdem eine nette Vorstellung, daß "der King" genau an dieser Stelle Deutschen Boden betreten hat.

Auf dem Rückweg machte ich nochmals Halt an einer Parkbank und schaute noch lange auf die langsam untergehende Sonne über dem Meeres-Horizont. Ich konnte es immer noch nicht fassen, tatsächlich hier zu sein - mit dem Fahrrad!

Am nächsten Tag fuhr ich mit der Bahn von Nordenham zu meinen Eltern in Destel bei Minden. Kaum stieg ich am Heimat-Bahnhof aus dem Zug, da fing es an zu regnen... Ganz klar: Ich war zu Hause! Wenigstens hatte ich so die Regen-Klamotten nicht ganz umsonst mitgeschleppt.

Karte Bahnfahrt zu meinen Eltern

In den Folgetagen unternahm ich ein paar kleine Radtouren in der heimischen Umgebung. Man entdeckt dabei doch immer wieder noch was Neues (und immer wieder begleitete mich der Regen).

Espelkamp